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#WeAllMove bündelt die Angebote von Mobilitätsanbietern auf einer zentralen Plattform (Foto: Wunder Mobility)
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Mobilität als Gemeinschaftsprojekt

#WeAllMove: Es geht eben doch!

Seit vielen Jahren fordert die Mobilitätsbranche stärkere kooperative Ansätze für gemeinsame Mobilitätslösungen in Städten. Ausgerechnet die Corona-Krise hat nun die Zusammenarbeit beschleunigt, wie die Plattform #WeAllMove des Mobility-Tech-Start-ups Wunder Mobility zeigt.

General Manager Ioana Freise: „Wir haben jetzt die Chance, die neue Mobilitätsnormalität mitzugestalten.“ (Foto: Wunder Mobility)
General Manager Ioana Freise: „Wir haben jetzt die Chance, die neue Mobilitätsnormalität mitzugestalten.“ (Foto: Wunder Mobility)

Niemand hat diese Krise gebraucht, betont Ioana Freise, General Managerin von Wunder Mobility. „Aber sie hat auch vieles in Gang gebracht und beschleunigt: Kooperationen gingen auf einmal schneller, die öffentliche Hand hat unserer Branche mehr Vertrauen geschenkt – und wir haben alle nicht mehr lange diskutiert, sondern einfach mal gemacht. Wir haben gesehen, wie schnell manche Dinge plötzlich umsetzbar sind“, so Freise.

Seit vielen Jahren fordert die Mobilitätsbranche stärkere Ansätze für gemeinsame innerstädtische Mobilitätslösungen. Ausgerechnet die Corona-Pandemie hat Lücken und Mängel in der städtischen Mobilität zum Vorschein gebracht und die Nachfrage nach schnell umsetzbaren und flexiblen Ideen für Mobilitätsanbieter befördert. Individuen waren im Lockdown auf Mobilitätsangebote angewiesen, und Unternehmen diverser Branchen gezwungen, auf Lieferservice umzusteigen. Und während viele Mobilitätsanbieter zwar schnell eigene Krisen-Lösungen entwickelten, fehlte den Nutzern ein zentraler Überblick über die Angebote.

Zentral und transparent: #WeAllMove

Als direkte Reaktion darauf hat das Hamburger Mobility-Tech-Start-up Wunder Mobility, das sich auf Mobilitätssoftware etwa für Car- und Ridesharing und andere Mobilitätskonzepte spezialisiert, innerhalb kürzester Zeit die Initiative und Plattform #WeAllMove gegründet. Ihre Partner dabei waren die COVID-Aktionsplattform des Weltwirtschaftsforums und die Global New Mobility Coalition sowie Hertz Deutschland, die Allianz , Share Now und Voi.

„Mit #WeAllMove bündeln wir die Angebote von Mobilitätsanbietern wie Städten, Sharing-Anbietern und Flottenbetreibern auf einer Plattform. Zentral und transparent“, erklärt Freise.

Auf https://weallmove.co/ können Nutzer je nach Bedürfnis die Kategorien Land, Stadt und Nutzen (zum Beispiel „Lieferservice für Lebensmittel“, „medizinischer Dienst“ oder „Langstrecke“) filtern und eine Übersicht der verfügbaren Angebote erhalten. Die Plattform hilft Anbietern so, ihre Flotten besser auszulasten, Unternehmen und Einzelpersonen vermittelt sie unkompliziert passende Fahrzeugangebote.

Die Idee zur Plattform entstand Mitte März 2020. „Wir alle waren unsicher, was auf uns zukommen würde, und haben uns sofort mit unseren Kunden und Partnern ausgetauscht“, erzählt Ioana Freise. „Die Idee war dann: Transparenz über das Angebot zu schaffen.“ Drei Wochen dauerte es nach der ersten Idee, bis die Plattform online ging. Inzwischen haben sich mehr als 150 Anbieter in über 350 Städten aus der ganzen Welt auf der Plattform versammelt – und diese wächst stetig.

„Mobilität ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt Gunnar Froh, CEO und Gründer von Wunder Mobility (Foto: Wunder Mobility)
„Mobilität ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt Gunnar Froh, CEO und Gründer von Wunder Mobility (Foto: Wunder Mobility)

Mobilität ist ein Gemeinschaftsprojekt

Wettbewerb unter den Partnern und Anbietern war dabei nie ein Thema. „Wir alle wollten sichergehen, dass der Mobilitätsmarkt und all das, wofür wir die letzten Jahre so intensiv gearbeitet haben, nicht einbricht und in der Entwicklung zurückgeworfen wird. Die Großen haben den Kleinen geholfen, und unsere Branche hat wiederum andere Branchen unterstützt“, erzählt Gunnar Froh, Gründer und CEO von Wunder Mobility.

Denn Mobilität sei immer ein Gemeinschaftsprojekt. In Zeiten wie diesen müssten Unternehmen den Wettbewerb vergessen und stattdessen gemeinsam an Lösungen arbeiten und verantwortungsbewusst handeln. „Das ist keine Phrase, sondern eine Einladung, mitzumachen!“, betont Froh.

Die neue Mobilitätsnormalität

Inzwischen geht vieles wieder seinen normalen Gang. Doch die Plattform wird weiter ausgebaut und soll ein erster Schritt auf dem Weg zu einer neuen Mobilitätsnormalität sein. Wie die aussehen könnte, hat die Krise bereits gezeigt: In Berlin werden Straßen kurzerhand zu Fahrradwegen umfunktioniert, Mailand schließt Autos noch stärker aus der Innenstadt aus, Paris will 72 Prozent der Parkplätze zu Grünanlagen und Spielplätzen umbauen. Sharing-Anbieter haben in vielen Städten ihre Geschäftsgebiete bis in die Außenbezirke vergrößert. Doch: Corona hat auch den privaten Pkw in die Stadt zurückgebracht.

„Wir müssen aktiv entgegenwirken, dass die Menschen in den Städten wieder auf ihre privaten Pkws zurückgreifen,“ so Freise. „Wir haben jetzt die Chance, für die Zukunft etwas zu verändern und die neue Mobilitätsnormalität mitzugestalten. Aktuelle Mobilitätskonzepte werden hinterfragt, das Umdenken ist passiert und Kooperationen gehen plötzlich schneller. Wir müssen diesen Moment als langfristige Chance nutzen, neue Konzepte in die Städte zu bringen.“

Tags

  • Transport & Logistics

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