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Fortschrittliches Verkehrsmanagement

Traffic Management Systeme entlasten die Straßen

Die rasch voranschreitende Urbanisierung und die wachsende Zahl von Fahrzeugen führen zu einer immer größeren Überlastung der Schnellstraßen. Durch den Einsatz von ATMS (Advanced Traffic Management Systems), Systemen zur kontinuierlichen Überwachung von Schnellstraßen, können Roadmanager helfen, den Verkehrsfluss zu verbessern.

Still stehender Verkehr
272 Stunden im Stau: Die Urbanisierung und die wachsende Zahl von Fahrzeugen führen zu einer immer größeren Überlastung der Schnellstraßen (Foto: Unsplash)

„Eine ganze Reihe von Gründen zwingen Behörden dazu, neue Wege zu beschreiten und in neue Möglichkeiten der Verkehrssteuerung zu investieren, bei denen sich die öffentlichen Investitionen sofort auszahlen,“ erläutert Jose Carlos Riveira vom Strategy and Portfolio Management bei Kapsch TrafficCom. „Das sind: die zunehmende Überlastung der Verkehrswege und die wachsende Forderung der Bürger nach besserer Lebensqualität, die Erkenntnis, dass eine Integration zwischen Systemen und Behörden erforderlich ist und diese nicht in Silos operieren können, sowie die neuen Aktivierungstechnologien und die Verfügbarkeit von Daten.“

Wie Paola Clerici, GM und CMO von Sprinx Technologies erklärt, stellen Verkehrsmanagementsysteme Verkehrsschätzungen, Zielunterstützung und Ereigniserkennung bereit und sammeln eine Reihe statistischer Daten zur Verbesserung der Mobilität.

Zeitverschwendung, Zunahme der Umweltverschmutzung

„Die Weiterentwicklung von Netzwerk-Konnektivitätslösungen, Cloud-Diensten, selbstoptimierender Software und verbesserter Bedienerschnittstellen in Verkehrsmanagementsystemen bietet bessere Informationen und einen schnellen Service, was zu einer Verringerung der Überlastung und des Datenverkehrs führt“, fügt sie hinzu.

Im Jahr 2018 standen Fahrer in den am stärksten frequentierten Städten der Welt bis zu 272 Stunden im Stau. Dies bedeutet, dass Milliarden Dollar verschwendet wurden. Zusätzlich hat die erhöhte Verkehrsbelastung auch zu Bedenken hinsichtlich des Notfallmanagements (zum Beispiel Unfälle) und einer Zunahme der Umweltverschmutzung beigetragen.

„Die zunehmende Urbanisierung hat die Aufmerksamkeit der Verkehrsunternehmen darauf gelenkt, den Verkehrsfluss zu verbessern, um nicht nur Fahrzeiten und -qualität zu verbessern, sondern auch, um das Unfallrisiko und die Eingriffszeiten bei Unfällen zu verringern und nicht zuletzt, um den CO2-Ausstoß zu senken“, so Clerici.

Erhöhter Bedarf für Verkehrsmanagement

Durch Investitionen in Verkehrsmanagement-Technologie (Hardware und Software), die Daten sowohl in Echtzeit als auch im Post-Processing produzieren kann, seien Verkehrsunternehmen in der Lage, schneller auf Notfälle zu reagieren und die Straßenmobilität besser zu planen, fügt sie hinzu.

Sowohl regionale als auch nationale Regierungen auf der ganzen Welt initiieren Projekte, um die Überlastung der Autobahnen zu verringern und die Verkehrssicherheit zu verbessern. Aufgrund der hohen Investitionen und der mangelnden Beteiligung des Privatsektors in einigen Regionen ist die Investitionskapazität jedoch höchst unterschiedlich.

Marktforscher gehen davon aus, dass der ATMS-Markt im Wirtschaftsraum Asien-Pazifik in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird. Pradeep Kushwaha, Leiter des Geschäftsbereichs Public Safety bei NEC Technologies India, bestätigt, dass in seinem Unternehmen eine erhöhte Nachfrage nach Verkehrsmanagementsystemen im Wirtschaftsraum Asien-Pazifik, insbesondere in Indien, zu verzeichnen ist.

Die ambitionierte Smart-Cities-Mission der indischen Regierung

„Die vorhandene Infrastruktur in Indien ist so schlecht ausgebaut, dass sie nur einen Bruchteil der aktuellen Verkehrslast aufnehmen kann“, erklärte Kushwaha. „Verkehrsstaus führen nicht nur zu wirtschaftlichen und zeitlichen Einbußen, sondern tragen auch zur Luftverschmutzung und zum globalen Klimawandel bei. Außerdem wird die ehrgeizige Smart-Cities-Mission der indischen Regierung, die sich auf 100 Städte erstreckt, ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem benötigen.“

Die indische Regierung unternimmt unter anderem folgende Schritte, um Verkehrsstaus zu verringern: Aufstockung der Mittel für den Ausbau des Verkehrsnetzes und bessere Straßeninstandhaltungsmaßnahmen, Einrichtung spezieller Korridore, Integration von Technologie für die Überwachung und Verwaltung von Verkehrsbewegungen, strengere Vorschriften für ein besseres Fahrspur- und Verkehrsverhalten und die Einführung automatischer Fahrpreiserfassungssysteme zur Erleichterung des Verkehrsflusses, so Kushwaha.

Die künftige Entwicklung von Verkehr und Mobilität wird jedoch von verschiedenen demografischen und entwicklungsbedingten Faktoren abhängen, wenn auch jeweils nicht in gleicher Weise, sagte José Luis Añonuevo, Geschäftsleiter Traffic Management Systems Operations bei Indra. Dies hängt von den Charakteristika und dem Grad der Entwicklung jeder einzelnen Zone und Region ab.

„Laut einer Studie der Hauptabteilung wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen werden im Jahr 2030 insgesamt 2,2 Milliarden Menschen mehr als heute in großen städtischen Zentren leben“, erklärte Añonuevo. „Dieses Wachstum wird man insbesondere in Entwicklungsländern (vor allem in Indien und Nigeria) beobachten können, welches auch die Länder mit dem höchsten Anteil an jungen Einwohnern sein werden. In logistischer Hinsicht werden diese Bereiche eine gewisse Evolution des Verkehrs erfordern.“

Dieser Text erschien zuerst im Newsletter unseres asiatischen Partners Asmag.

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