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Edward Snowden auf der Hypermotion

Ein Mahner für Datensicherheit

Sein Name wurde zum Synonym für Datenschutz. Edward Snowden machte als Whistleblower die Abhörpraxis des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes NSA publik. Seither kämpft er für Datensicherheit – und spricht zu diesem Thema auch auf der Hypermotion.

Edward Snowden

Ein Mann, ein Begriff und eine Abkürzung erscheinen 2013 auf der Bühne der Weltöffentlichkeit und sind seither auch jenen geläufig, die sich nicht intensiv mit dem Thema Datenschutz befassen: Edward Snowden macht als Whistleblower die Abhörpraxis der NSA (National Security Agency) öffentlich. Der US-Auslandsgeheimdienst hatte die Nutzerdaten großer amerikanischer Internetunternehmen wie Google, Apple, Facebook, Microsoft und Skype angezapft.

Snowden arbeitet zu diesem Zeitpunkt als IT-Spezialist für einen Dienstleister der NSA. Über Monate hatte er sensible Daten kopiert, um sie zu veröffentlichen. Mit den Daten im Gepäck fliegt der damals 30-Jährige nach Hongkong, wo er sich unter anderem mit einem Journalisten des „Guardian“ trifft. Die englische Tageszeitung publiziert ab Juni 2013 Enthüllungen über das „Prism“ genannte Abhörprogramm und macht auch bald die Identität des Whistelblowers öffentlich.

Noch im Sommer desselben Jahrs leitet das FBI Ermittlungen gegen ihn wegen illegaler Informationsweitergabe ein. Snowden fliegt nach Moskau, um von dort nach Venezuela zu reisen. Doch weil die US-Behörden seinen Pass einziehen, muss er in der russischen Hauptstadt bleiben und beantragt dort schließlich auch Asyl.

Seither lebt und arbeitet der Mann mit dem schmalen Gesicht und der charakteristischen Brille in Moskau. Er schreibt, 2019 erscheint seine Autobiografie „Permanent Record“. Er nimmt per Videocall an Konferenzen teil, wie jetzt an der Hypermotion. Und er ist einer der Geschäftsführer der „Freedom of the Press Foundation“, die für die Stärkung der Presse- und Meinungsfreiheit kämpft. 2017 heiratet Snowden in Moskau seine langjährige Freundin, die ein Jahr zuvor dorthin gezogen war. Vergeblich hat er in mehreren EU-Ländern Asyl beantragt, auch in Deutschland. Daheim in den USA droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.

Snowden, der 2014 den Ehrenpreis des Alternativen Nobelpreises „Right Livelihood Award“ erhielt, schärfte die weltweite Wahrnehmung des Themas Datenschutz. Im europäischen Parlament drohten 2013 die Verhandlungen zur Europäischen Datenschutz-Grundverordnung DSGVO zu scheitern. Snowdens Enthüllungen gaben der Diskussion neuen Schwung und förderten die Verabschiedung der Gesetzgebung. Grundsätzlich begrüßt er die DSGVO, übt aber auch Kritik daran. Das eigentliche Problem sei nicht der Datenschutz, sondern die Datensammlung, betonte Snowden 2019 auf der Technologiekonferenz Web Summit in Lissabon. Im Visier hat er dabei sowohl staatliche Stellen, die die Daten der Bürger sammeln, wie auch Tech-Unternehmen wie Google und Facebook.

Als Speaker setzt sich Edward Snowden immer wieder für die Freiheit der Rede- und die Datensicherheit ein. Bei der Cebit 2017 etwa warnte er vor der Nutzung von Sprachassistenten, und an die Anbieter von Cloud-Datenspeichern stellte er eine einfache Forderung: „Die Kosten für das Stehlen der Daten müssen höher sein als deren Wert.“

In einem Punkt gab die amerikanische Rechtsprechung Snowden inzwischen übrigens Recht: Ein Gericht entschied, dass das Ausspähen amerikanischer Bürger im Rahmen von „Prism“ wohl verfassungswidrig war.

Edward Snowden auf der Hypermotion

Vom autonomen Fahren über das Ridesharing in der Individualmobilität bis zum Tracking einer Warenladung in der Logistik – viele neue Geschäftsmodelle in Mobilität und Logistik sind datenbasiert. Doch: Wer darf welche Daten erheben und vor allem mit ihnen arbeiten? Das sind entscheidende Fragen auch für die breite Akzeptanz solcher Modelle. Darüber spricht Edward Snowden auf der Hypermotion. „Datenschutz in Mobilität und Logistik nach Corona – Wie geht es weiter mit der Infrastruktur unter Datenschutzgesichtspunkten?“ heißt seine Keynote am 10. November um 15.30 Uhr, die als Livestream im Rahmen der Digital Experience zu erleben ist.

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  • Future Mobility

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