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Aus großen Zentrallagern werden E-Commerce wie auch stationäre Händler versorgt
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E-Commerce vs. stationärer Handel

Wer hat die bessere Ökobilanz?

Es ist schnell, einfach und bequem: Online-Shopping boomt seit Jahren. Doch wie sieht es mit der Ökobilanz aus? Ist es nachhaltiger, im stationären Handel zu kaufen? Aktuelle Studien zeigen, dass die Rechnung nicht so einfach ist.

Ist im Laden einzukaufen gut für die Ökobilanz und im Internet zu bestellen schlecht? Das ist kaum eindeutig zu bestimmen, weil es von einer Vielzahl an Faktoren abhängt. Dabei muss man detailliert die Wege der Waren betrachten. Vom Hersteller zum Logistikdienstleister sind die Wege im Online- und im stationären Handel gar nicht so verschieden. Erst auf der vorletzten und letzten Meile unterscheiden sie sich deutlich. Wie kommt die Online-Bestellung zum Kunden? Wie kommt die Ladenware ins Geschäft und wie der Kunde seinerseits dorthin? An diesen Aspekten entscheidet sich die Frage.

Kohlendioxid einsparen

Auf dem Land können Online-Bestellungen einem Bericht des Bundesumweltministeriums zufolge helfen, CO2 einzusparen. Werden die Sendungen für mehrere Kunden gesammelt ausgeliefert, ist dies nachhaltiger, als wenn sich diese Kunden alle einzeln auf den Weg zum Laden machen. Bei Instant- oder Same-Day-Lieferungen, die nicht gebündelt werden können, sieht das freilich anders aus.

Stadtbewohner hingegen haben die Möglichkeit, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Geschäft zu gelangen, was die Ökobilanz des Einkaufs natürlich verbessert. Vor Ort im Laden können durch das Testen oder Anprobieren von Waren außerdem Fehlkäufe vermieden werden. Im E-Commerce belasten diese – in Form von Rücksendungen – deutlich die Ökobilanz.

Rücksendungen eindämmen

Eine aktuelle Studie der Universität Bamberg zeigt, dass in Deutschland jedes sechste im Internet gekaufte Paket wieder zurückgeschickt wird. Rund 238.000 Tonnen CO2 seien dabei 2018 zusammengekommen, was einer Belastung von täglich 2.200 Autofahrten von Hamburg bis nach Moskau entspricht. Vor allem im Bereich Schuhe und Mode liegt die Retourenquote hoch, fast jedes zweite Paket (46 Prozent) wird in diesem Bereich wieder zurückgeschickt.

Aktiv versucht der Online-Handel die Rückgaben und ihre ökologischen Folgen einzudämmen. Händler bieten etwa Live-Chats mit Mitarbeitern an, um offene Fragen und Unsicherheiten zu klären. Modehändler setzen auf eine 360-Grad-Darstellung der Kleidung, damit sich die Käufer die Ware am eigenen Körper besser vorstellen können. Und das niederländische Start-up Picnic etwa, das mit E-Transportern Lebensmittel ökologisch nachhaltig ausliefert, sammelt Retouren-Pakete wieder ein und bringt sie zu einer nahe gelegenen Poststelle, um Mehrfachfahrten zu vermeiden.

Und die Ökobilanz?

Welche Art des Handels hat also eine bessere Umweltbilanz? Das ist weiterhin schwer zu sagen. Viele Parameter fließen in die Berechnung ein, viele bieten sich damit aber auch als Stellschrauben an. Wie viel Potenzial zur Reduktion von CO2-Emissionen es allein auf der letzten Meile gibt, zeigt das Beispiel von Deutsche Post/DHL. Der Logistiker setzt bei der Zustellung seine elektrisch angetriebenen StreetScooter ein. Laut Unternehmensangaben sparen die mehr als 9.000 E-Transporter jährlich 32.000 Tonnen CO2 ein.

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