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Bestmile stellt Mobilitätsanbietern eine Lösung für die Vermittlung, die Routenplanung, den Abgleich von Fahrzeugen und Passagieren sowie das Fahrzeugwartungsmanagement bereit (Foto: Bestmile)
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Start-up: Bestmile

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Das Schweizer Start-up Bestmile hat eine Orchestrierungsplattform für On-Demand-Mobilität entwickelt, die jedes Fahrzeug einer Flotte in Echtzeit lenkt. Im Fokus steht die Steuerung von autonomen Fahrzeugen

Unsere Städte wachsen stetig und kämpfen mit der Überlastung des Verkehrs. Gleichzeitig wollen sie ihren Einwohnern einen lebenswerten Raum bieten und das Klima schützen. Die Zukunft des städtischen Verkehrs muss also elektrisch, geteilt, autonom und an den öffentlichen Verkehr angebunden sein. Zumindest, wenn es nach Anne Mellano, Verkehrsingenieurin und Gründerin der Flotten-Orchestrierungsplattform Bestmile, geht. „Autonome und elektrifizierte Mobilität wird unsere Städte sicherer und sauberer machen, aber dafür sind gemeinsame Dienste und eine intelligente Orchestrierung nötig, die Mobilität effizienter und komfortabler als die Fahrt mit dem eigenen Pkw macht“, so Mellano. „Die Herausforderung besteht dabei nicht so sehr in der Entwicklung dieser Technologien, sondern darin, Dienste zu schaffen, die Reisende, Städte und Mobilitätsanbieter wirklich begeistern.“

Anweisung in Echtzeit

Genau das will Bestmile mit seiner Flotten-Orchestrierungsplattform ermöglichen. Das Start-up stellt den Anbietern von selbstfahrenden und personenbedienten Fahrzeugen eine Lösung für die Vermittlung, die Routenplanung, den Abgleich von Fahrzeugen und Passagieren sowie das Fahrzeugwartungsmanagement bereit. „Dabei geht es um mehr, als Menschen von Punkt A nach Punkt B zu bringen. Das ist ein äußerst komplexes Unterfangen“, erzählt Anne Mellano und vergleicht die Arbeit der Plattform mit dem Tower eines Flughafens: „Es geht darum, jedes Fahrzeug – und das können Hunderte oder Tausende sein – in Echtzeit anzuweisen.“

Die Fahrzeuge sind dabei über ein Cloud-System vernetzt, sodass in den Fahrzeugen weder Hardware noch Software verbaut werden muss. Die Cloud-Software wird individuell an die Bedürfnisse des einzelnen Mobilitätsanbieters angepasst und stellt sicher, dass das richtige Fahrzeug zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geschickt wird.

Anne Mellano ist Verkehrsingenieurin und hat Bestmile 2014 gemeinsam mit Raphaël Gindrat gegründet (Foto: Bestmile)
Anne Mellano ist Verkehrsingenieurin und hat Bestmile 2014 gemeinsam mit Raphaël Gindrat gegründet (Foto: Bestmile)

Kollektive Intelligenz für autonome Fahrzeuge

Gegründet wurde das Start-up 2014 von Anne Mellano und Raphaël Gindrat als Spin-off der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), eines der führenden Zentren der Schweiz im Bereich der Technologieforschung. Die beiden leiteten einen der ersten Pilotversuche für autonome Mobilität in Europa, im Rahmen dessen sechs selbstfahrende Shuttles Personen über den Campus der EPFL fuhren. So konnten Mellano und Gindrat wertvolle Erfahrungen sammeln. „Der Versuch war ein voller Erfolg, die Fahrzeuge waren smart und gelangten problemlos von A nach B. Doch irgendwas fehlte: Die Fahrzeuge kommunizierten nicht miteinander“, erinnert sich Anne Mellano. „Wir begriffen dann, dass es eine Art kollektive Intelligenz braucht, die weiß, was gerade wo im System passiert.“

Etwa zur gleichen Zeit überfluteten Peer-to-Peer-Ride-Hailing-Dienste die Städte mit Autos, verloren aber Geld und verärgerten die Städte, weil die Systeme ineffizient warten. „Das bestätigte uns in der Notwendigkeit einer Orchestrierung, um effizientes Dispatching, Ride Matching und Routing zu ermöglichen. Für Fahrzeuge mit und ohne Fahrer“, sagt Mellano. Dank des erfolgreichen Pilotversuchs an der EPFL erhielt Bestmile früh viel Aufmerksamkeit und Fördergelder und war schon im ersten Jahr mit Aufträgen ausgebucht. Heute beschäftigt das Unternehmen 60 Mitarbeiter am Hauptsitz im schweizerischen Lausanne und in San Francisco – und arbeitet mit Kunden auf der ganzen Welt.

Gemeinsame Mobilität für Städte

Dazu gehören öffentliche und private Mobilitätsdienstleister mit autonomen und nicht-autonomen Fahrzeugen, unter anderem einige der größten öffentlichen europäischen Verkehrsunternehmen wie Keolis und die Schweizer Bundesbahn SBB sowie private Ride-Hailing- und Taxiunternehmen, aber auch Betreiber von Transportnetzwerken und OEMs. Sie alle sind schon jetzt auf verbesserte und automatisierte Abläufe angewiesen, aber im Fokus von Bestmile steht nicht nur das aktuelle Geschäftsmodell, sondern das, was die Kunden brauchen, wenn autonome Fahrzeuge auf den Markt kommen.

Für die Zukunft sieht Anne Mellano Bestmile als die führende und branchenweit beste Flotten-Orchestrierungsplattform. Sie ist davon überzeugt, dass Mobility-as-a-Service-Modelle immer stärker an Bedeutung gewinnen: „Verbraucher suchen nach einfachen Apps, die die Planung und Buchung von Reisen von Tür zu Tür in mehreren Modi ermöglichen und ihnen preiswerte Optionen mit  Komfort bieten. Städte werden den Zugang zu ihren Zentren zunehmend für Fahrzeuge beschränken und Mobilitätsanbieter müssen sich immer stärker mit dem öffentlichen Nahverkehr synchronisieren. Shared Services benötigen hinter der App eine Plattform wie unsere, um sicherzustellen, dass die Flotten optimiert sind und mit anderen Modi zusammenarbeiten.“

Tags

  • Future Mobility

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