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130 Jahre Auto

Beschleunigung der modernen Welt

In seiner kurzen, 130-jährigen Geschichte hat sich das Auto zu einer der einflussreichsten, beliebtesten und umkämpftesten Innovationen der Welt entwickelt. Es hat die Produktion revolutioniert und unsere Bewegungsabläufe, unsere Städte, Umwelt und Wirtschaft für immer verändert. Das V&A Museum in London zeigt diese bewegte Geschichte jetzt in der Ausstellung „Cars: Accelerating the Modern World“

Das Auto hat die Welt verändert wie nur wenige andere Erfindungen: die Art und Weise, wie wir uns bewegen, unsere Städte, Umwelt und Wirtschaft. Es hat die Produktion revolutioniert und sogar radikal neue Herangehensweisen an Design und Verkauf hervorgebracht.

Bis zum 19. April 2020 beleuchtet das V&A Museum in London in der Ausstellung „Cars: Accelerating the Modern World“ die 130-jährige Geschichte des Autos und wie es das Tempo des 20. Jahrhunderts maßgeblich beschleunigte. Die Ausstellung versammelt 15 historische Autos und 250 Objekte, die jeweils eine spezifische Geschichte über die Auswirkungen des Autos auf die Welt erzählen. Darunter das erste Serienauto, ein autonomes Flugauto, ein umgebauter Lowrider und ein Concept Car aus den 1950er-Jahren.

Patent-Motorwagen Nr. 3, Karl Benz (1888)

Patent-Motorwagen Nr. 3
Foto: Photo of the Benz patent motor car, model no. 3, 1888. Image courtesy of Daimler

Der Patent-Motorwagen von Ingenieur Karl Benz war das erste Serienautomobil überhaupt. Im Sommer 1886 debütierte das Auto mit einem Motor, der kaum 16 Kilometer pro Stunde erreichen konnte. 1888 nahm Benz’ Frau Bertha den Motorwagen Nr. 3 für die erste Langstreckenfahrt über fast 100 Kilometer. Kurz danach wurde das Rennen über lange Strecken zu einer immer beliebteren Sportart, die die Zuverlässigkeit eines Autos ebenso auf die Probe stellte wie seine Geschwindigkeit.

(Foto: Photo of the Benz patent motor car, model no. 3, 1888. Image courtesy of Daimler)

Hispano-Suiza Typ HB6 „Skiff Torpedo“/Hispano-Suiza (Fahrgestell) Henri Labourdette (Karosserie) (1922)

Hispano-Suiza Typ HB6 „Skiff Torpedo“
Foto: Hispano-Suiza Type HB6 „Skiff Torpedo“. Hispano-Suiza (chassis) Henri Labourdette (body) 1922. Photo by Michael Furman © The Mullin Automotive Museum

Die französische Gönnerin Suzanne Deutsch de la Meurthe hat dieses Hispano-Suiza-HB6-Fahrgestell 1919 auf dem Pariser Autosalon gekauft. Sie schickte es dann in die Werkstatt von Henri Labourdette, um es mit einer „Skiff Torpedo“-Karosserie auszustatten. Die handgefertigte Holzkarosserie war von der Torpedoform von Booten inspiriert.

(Foto: Hispano-Suiza Type HB6 „Skiff Torpedo“. Hispano-Suiza (chassis) Henri Labourdette (body) 1922. Photo by Michael Furman © The Mullin Automotive Museum)

Victoire mascot, René Jules Lalique (ca. 1925)

Victoire mascot, René Jules Lalique (ca. 1925)
Foto: Victoire mascot, designed by René Jules Lalique, c.1925 © Victoria and Albert Museum, London

Die Kühlerdeckel an Motorhauben wurden früher gern genutzt, um Reichtum und Modebewusstsein zu demonstrieren. Zwischen 1920 und 1931 produzierte der französische Designer René Jules Lalique eine Reihe von Motorhaubenverzierungen aus Glas. Diese „Accessoire-Maskottchen“ wurden so konzipiert, dass sie von innen leuchteten. Die Seltenheit dieser Objekte zeugt wohl davon, dass das Leben auf der Straße für diese zebrechlichen Glasskulpturen auch bei den vorsichtigsten Fahrern zu gefährlich war.

(Foto: Victoire mascot, designed by René Jules Lalique, c.1925 © Victoria and Albert Museum, London)

Glockenhut, Miss Fox (1928–1929)

Glockenhut, Miss Fox (1928–1929)
Foto: Cloche Hat. Miss Fox, 1928–29 © Victoria and Albert Museum, London

Die Leidenschaft am Autofahren und an Geschwindigkeit hat in den 1920er- und 30er-Jahren neue Modetrends geprägt. Die modernen und stromlinienförmigen Fahrzeugdesigns spiegelten sich etwa in der körperbetonten Sportmode oder im eng anliegenden Glockenhut wider.

(Foto: Cloche Hat. Miss Fox, 1928–29 © Victoria and Albert Museum, London)

Tatra T77, Hans Ledwinka and Paul Jaray (1934)

Tatra T77, Hans Ledwinka and Paul Jaray (1934)
Foto: French advertisement (1934) for the Tatra 77

Der Tatra T77 war das erste Serienauto, das nach den von Ingenieur Paul Jaray entwickelten Grundsätzen der Stromlinienförmigkeit konstruiert wurde. Gemeinsam mit dem tschechischen Autohersteller Tatra und seinem Chefdesigner Hans Ledwinka wurde der T77 entwickelt, der sich durch seinen niedrigen, schlanken Körper und durch die ungewöhnliche Flosse auszeichnet, die über den Rücken läuft.

(Foto: French advertisement (1934) for the Tatra 77)

Poster „Fight Automation Fallout“, Union of Automotive Workers (1950er)

Poster „Fight Automation Fallout“, Union of Automotive Workers (1950er)
Foto: Fight Automation Fallout with Fewer Hours of Work and No Loss of Pay – poster © Walter P. Reuther Library, Archives of Labour and Urban Affairs, Wayne State University

Gewerkschaften waren ein wirksames Mittel für die Arbeiter in der Automobilindustrie, um sich gegen ausbeuterische Arbeitspraktiken zu verteidigen. Nach dem richtungsweisenden Flint-Sitzstreik im Winter 1936/37 gegen General Motors, der 44 Tage andauerte, wuchs die Union of Automotive Workers innerhalb eines Jahres von 30.000 auf 500.000 Mitglieder. Plakate wie dieses zeigen, wie engagiert sich die Gewerkschaft auch noch in den 1950er-Jahren etwa mit der zunehmenden Automatisierung für die Verteidigung der Arbeitnehmerrechte einsetzte.

Foto: Fight Automation Fallout with Fewer Hours of Work and No Loss of Pay – poster © Walter P. Reuther Library, Archives of Labour and Urban Affairs, Wayne State University

Firebird 1 Concept Car, Harley Earl/General Motors (1953)

Firebird 1 Concept Car, Harley Earl/General Motors (1953)
Foto: General Motors Firebird I (XP-21), 1953 © General Motors Company, LLC

In den 1950er-Jahren entwarf General Motors unter dem Label „Firebird“ eine Serie von vier Concept Cars. Die Fahrzeuge sind mit ihren flüssigen Silhouetten, der Cockpit-Sitze und der Motortechnologie von Jets direkt von Kampfflugzeugen dieser Zeit inspiriert. So suggerieren sie eine Zukunft, in der das Fahren eine flugähnliche Erfahrung darstellt. Und lange bevor die Technologie überhaupt verfügbar war, stellen sich spätere Modelle des „Firebirds“ bereits eine Zukunft des autonomen Fahrens vor.

(Foto: General Motors Firebird I (XP-21), 1953 © General Motors Company, LLC)

Hydraulikeinheit für ABS Antiblockiersystem, Robert Bosch GmbH (1978)

Hydraulikeinheit für ABS Antiblockiersystem, Robert Bosch GmbH (1978)
Foto: Hydraulic unit for ABS Antilock Braking System, Robert Bosch GmbH, 1978. Image courtesy of Bosch

Sicherheitsinnovationen haben wesentlich dazu beigetragen, die Zahl der Verkehrstoten im letzten Jahrhundert drastisch zu senken. Bosch beispielsweise führte schon früh elektrische Systeme in Autos ein, die heute nicht mehr wegzudenken sind. Dazu gehört das ABS, das mit seinen Sensoren und automatisierten Funktionen außerdem ein wesentlicher Vorreiter für automatisiertes Fahren ist.

(Foto: Hydraulic unit for ABS Antilock Braking System, Robert Bosch GmbH, 1978. Image courtesy of Bosch)

Pop.Up Next, Fliegendes Elektrofahrzeug, Italdesign mit Airbus und Audi (2018)

Pop.Up Next, Fliegendes Elektrofahrzeug, Italdesign mit Airbus und Audi (2018)
Foto: Pop.Up Next © Italdesign

Der Pop.Up Next ist ein konzeptionelles Elektrofahrzeug, das den aktuellen Mobilitätsherausforderungen in den Städten begegnet und sich sowohl auf dem Boden als auch in der Luft bewegen kann. Das Design kombiniert eine Passagier-Kapsel wahlweise mit einem elektrischen Fahrgestell oder einer Drohne. Die gemeinsame Entwicklung von Audi, Airbus und Italdesign vereint so vier der größten Zukunftsthemen der Mobilität: autonom, elektrisch, serviceorientiert und fliegend.

(Foto: Pop.Up Next © Italdesign)

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